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Die Stollhofer Pestsäule – „Weißes Kreuz“

(Richtung Maiersdorfer Straße) 

 

Pest, Cholera, Pocken und Spanische Grippe - schon in früheren Zeiten versetzten Seuchen die Menschen in Angst und Schrecken. Besonders im Mittelalter rafften verheerende Pestepidemien große Teile der Bevölkerung dahin. 

 

In der 2. Hälfte des 17. Jh. wurden Marterln - Säulen oder Kreuze - zum Gedenken an den Ausbruch der Pest errichtet. Die Stollhofer Pestsäule, auch „Weißes Kreuz“ genannt, steht am östlichen Ortseingang von Stollhof, der früheren Haupteinfahrtsstraße des Dorfes. In der Nische findet sich eine Pieta aus dem 20. Jahrhundert. 

 

Die Menschen waren ratlos und verzweifelt, da sie nicht wussten, wodurch die Pest ausgelöst wurde - vielleicht gar durch schlechte Luft? So wusste selbst der Bischof nur den Rat, „die Glocken heftig zu läuten, um die Luft aufzufrischen“. Immer wieder machte man auch „Hexen“ und Juden für die Ausbreitung der Erkrankung verantwortlich. Tatsächlich wurde die Pest in erster Linie durch Rattenflöhe übertragen, die mit Bakterien (Yersinia pestis) infiziert waren. Waren die Ratten tot, fielen die Flöhe die Menschen an. Die Pest wurde auch „der schwarze Tod“ genannt, denn die Erkrankten entwickelten schwarze Beulen und dunkle Flecken auf der Haut. Im Falle der Lungenpest war auch eine Übertragung von Mensch zu Mensch möglich. 

 

Die letzten großen Pestepidemien in Österreich traten 1687 und 1713 auf. Zu Ehren des hl. Sebastian, einem der Pestheiligen, errichtete man einen Sebastian-Altar links in der Muthmannsdorfer Kirche (1687) und die Sebastian-Kapelle in Stollhof (1713) - vermutlich aus Dank, weil man vor der Pest verschont geblieben war. 

 

Die Pest-Epidemien sind verschwunden, als man die Hygiene verbesserte und vorbeugende Verhaltensregeln aufstellte. So wurden auch damals schon Quarantänemaßnahmen („Kontumaz“) ergriffen, Einreiseverbote verhängt und es bestand eine Meldepflicht. Die Pesterkrankung kommt in einigen Gegenden der Erde noch heute vor, sie kann aber mit Antibiotika behandelt werden. Andere Infektionskrankheiten, wie die Pocken, konnte die Medizin durch Impfungen völlig besiegen. 

 

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